Eröffnung des Forschungszentrums Ziegel in Zeilarn
Bayerns Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner kam Anfang September nach Zeilarn, zum traditionellen Schlagmann Sommerfest, um dort das rote Band zu durchschneiden und damit symbolisch das neue „Forschungszentrum Ziegel“ von Schlagmann zu eröffnen.
Ministerin Ilse Aigner würdigt die Investition
Bayerns Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner kam Anfang September nach Zeilarn, zum traditionellen Schlagmann Sommerfest, um dort das rote Band zu durchschneiden und damit symbolisch das neue „Forschungszentrum Ziegel“ von Schlagmann zu eröffnen. Sie würdigte dabei das unternehmerische Engagement des mittelständischen Unternehmens und der Eigentümerfamilie, die die Kraft aufbringen könne, derart ungewöhnliche Innovationsmaßnahmen auf die Beine zu stellen. Im Forschungszentrum Ziegel würden Produkte für den Neubau und die Gebäudesanierung von morgen entwickelt werden, so Aigner. Diese Produkte seien immens wichtig für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland, da der Großteil der Energie im Bereich Wärme und Heizen verbraucht werde.
Hochleistungsziegel und Umweltschutz
Ab sofort werden in Zeilarn auf dem Schlagmann-Gelände allerhand neue Ideen geboren, geprüft und reif gemacht für die Praxis: Dafür soll das „Forschungs- und Entwicklungszentrum Ziegel“ von jetzt an den Rahmen und optimale Arbeitsbedingungen liefern. Die deutschlandweit einmalige Forschungseinrichtung für Hintermauerziegel wurde binnen elf Monaten errichtet, rund 1,6 Millionen Euro sind verbaut worden. Was hinter diesen Mauern künftig geschehen soll: Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die noch bessere Hochleistungsziegel und Dämmstoffe hervorbringen sollen. Als zweiten Schwerpunkt wollen die Experten besonders umweltschonende Produktionstechnologien voranbringen. Außerdem wird es um eine zeitgemäße, anspruchsvolle Qualitätskontrolle gehen.
Im neuen Zentrum bündelt Schlagmann alle Entwicklungsarbeiten des Unternehmens. Messgeräte und Laborausrüstungen sind jetzt in modernen neuen Räumen und Labors sinnvoll untergebracht und ergänzt worden. Von den richtigen Rohstoffmischungen bis hin zum energieoptimierten Trocknen und Brennen der Ziegel kann nun alles im Labormaßstab erforscht und weiterentwickelt werden.
Industrieller Forschungsansatz
Im Zentrum verfolgt Schlagmann einen industriellen Forschungsansatz, dort geht man die Dinge etwas anders an als Wissenschaftler an Hochschulen. Ein Beispiel: Bei der keramischen Entwicklung im Technikum arbeitet Schlagmann mit deutlich größeren Mengen als in einem Labor, rund 50 Kilo Tonmasse. Mit diesem Volumen kann man Ziegelrezepturen bereits so testen, dass es der Produktion im Werk sehr nahe kommt. Hier werden alle Arbeitsschritte nachgeahmt, auch das Trocknen und Brennen.
Ein weiteres erklärtes Ziel von Schlagmann ist es, die perlitgefüllten Ziegel stetig weiter zu entwickeln. Das hat durchaus symbolischen Charakter, denn die Perlit-Ziegel wurden genau an diesem Ort, in Zeilarn, vor rund 15 Jahren erfunden. In der nächsten Generation soll das mineralische Material noch wärmedämmender sein und gleichzeitig deutlich weniger Energie beim Trocknen verbrauchen.
Qualität, Qualität, Qualität
Mithilfe der Forschung im neuen Zentrum will Schlagmann auch einen großen Schritt machen hin zum erklärten Ziel, fürs eigene Unternehmen bis ins Jahr 2020 eine CO2-neutrale Produktion zu erreichen. Und nicht zuletzt soll die Forschung dazu dienen, die Qualität hoch zu halten: Weil die Standards immer besser werden, müssen auch die Qualitätskontrollen weiterentwickelt werden. Diese beginnen beim Rohstoff, begleiten die Ziegelproduktion und schließen bei der Endkontrolle ab. Im Prüflabor geht es um Maßgenauigkeit und Druckfestigkeit der frischen Ziegel
Im Mittelpunkt steht für die kommende Zeit das Projekt „TOGRA“. Es gehört zum Förderprogramm „Neue Werkstoffe in Bayern“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, dessen Ziel es ist, Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen. Bei Schlagmann ist TOGRA im Oktober 2013 angelaufen. Bis ins Jahr 2017 soll in diesem Rahmen erforscht werden, wie Ziegel besonders ressourcen- und energieeffizient hergestellt werden können.
Der Forschungsetat für die vier Jahre liegt bei 3,5 Millionen Euro. Kooperationspartner ist die „Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg“. Etwa 30 Spezialisten forschen gemeinsam, Fachkräfte aus den Bereichen Geologie, Mineralogie, Chemie und des Keramikingenieurwesens. Der Staat Bayern bezuschusst das Projekt mit rund 1,3 Millionen Euro.